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Klimawandel regional – Informationen zu Veränderungen und Anpassungsmaßnahmen

HZG koordiniert drei Projekte im Rahmen der RegIKlim-Fördermaßnahme

Im Rahmen der Fördermaßname „RegIKlim – Regionale Informationen zum Klimahandeln“ koordinieren das Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material und Küstenforschung (HZG) und seine Einrichtung Climate Service Center Germany (GERICS) insgesamt drei Projekte. Die Fördermaßnahme wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Das Ziel der Maßnahme ist es, hochaufgelöste, lokale und bedarfsgerechte Klimainformationen bereitzustellen.

Netzwerk aus Seilen mit Knotenpunkten aus Metall

Das Ziel des Verbundprojekts NUKLEUS ist es, vorhandene Daten zusammenzustellen und neue hochaufgelöste Daten für die sechs Modellregionen zu erstellen. [Bild: Clint Adair auf Unsplash]

Bereits eine globale Klimaerwärmung um 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau wird gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben – so schreiben es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im IPCC Sonderbericht „Global Warming of 1.5°C“. Der Klimawandel selbst ist ein globales Problem, doch sind die damit einhergehenden Veränderungen regional und lokal teilweise so unterschiedlich wie die verschiedenen Regionen unserer Erde. Damit Gesellschaft, Politik und Wirtschaft passende Anpassungsmaßnahmen ergreifen können, benötigen die jeweiligen Akteure verlässliche, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Informationen über den Klimawandel vor Ort.

Wie wirkt sich die Klimaänderung in meiner Region aus? Welche Folgen ergeben sich daraus? Und welche Handlungsoptionen bleiben mir? Antworten auf diese und weitere Fragen werden im Rahmen der Fördermaßnahme „RegIKlim - Regionale Informationen zum Klimahandeln“ erarbeitet. Insgesamt werden acht Projekte vom BMBF finanziert, darunter zwei übergeordnete Querschnittsprojekte und sechs Projekte, die in speziellen Modellregionen durchgeführt werden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich geographischer Lage und Größe, um verschiedene Bedingungen abzudecken.

Die Modellregionen umfassen Küsten, Mittelgebirge, das Voralpenland, ländliche Regionen, aber auch Städte wie Stuttgart und Duisburg. Die beiden Querschnittsprojekte sowie das Küsten-Projekt in Ostfriesland werden vom HZG, genauer gesagt vom GERICS und dem Institut für Küstenforschung durchgeführt.

HZG erhält dafür insgesamt circa 1,5 Millionen Euro, das Gesamtbudget der drei vom HZG koordinierten Projekte beträgt 6,5 Millionen. Die Projekte sind auf drei Jahre ausgelegt.

Projekt NUKLEUS

Möwen am Strand am Küsztensaum stehend. Wellen und Sonne.

Eine der Modellregionen im Projekt ist die Ostfriesische Küstenregion. [Bild: HZG/Ralf Weiße]

Die Projekte zu den Modellregionen benötigen räumlich und zeitlich hochaufgelöste Informationen, die mit bisher vorhandenen Klimasimulationen nur teilweise erzeugt werden können. Das Ziel des Verbundprojekts NUKLEUS ist es daher, vorhandene Daten zusammenzustellen und neue hochaufgelöste Daten für die sechs Modellregionen zu erstellen. Dabei muss die Verlässlichkeit der lokalen Klimainformationen intensiv geprüft werden.

„In NUKLEUS befassen wir uns in erster Linie mit der Bereitstellung von nützlichen, nutzbaren und hochaufgelösten Klimainformation für Deutschland in bisher unerreichtem Umfang“, so Dr. Kevin Sieck, Wissenschaftler am GERICS und, neben Prof. Dr. Joaquim Pinto vom Karlsruhe Institute of Technology, Koordinator von NUKLEUS. Gemeinsam mit den Partnern aus den Modellregionen sollen in NUKLEUS Schnittstellen zu Wirkmodellen entwickelt und – soweit erforderlich – direkt in die Klimamodelle integriert werden. Außerdem sollen neue Methoden zur Analyse und statistischen Aufbereitung der generierten Daten im Hinblick auf den konkreten Bedarf der Modellregionen entwickelt und angewendet werden. Um die bestmögliche Nutzung der Klimainformationen sicherzustellen, wird NUKLEUS einen intensiven Austausch mit den Projekten der Modellregionen suchen.

Die Koordination liegt beim GERICS, einer Einrichtung des HZG und dem Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Weitere Partner sind: Deutsches Klimarechenzentrum, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Brandenburgische Technische Universität, Justus-Liebig-Universität Gießen und Technische Universität Dresden.

Gesamtbudget: rund 3 Millionen Euro (davon fast 630.000 für das HZG)
Ansprechpartner am HZG: Dr. Kevin Sieck

Projekt WIRKsam

Deutschlandkarte

WIRKsam wird Vernetzungsinfrastruktur und Kommunikationsstrukturen aufbauen. [Grafik: Fotolia/geschmacksraum]

Damit die Forschung in den sechs Modellregionen vergleichbar bleibt und sich die verschiedenen Ansätze im Anschluss in strategische und politische Prozesse überführen lassen, wurde WIRKsam als wissenschaftliches Koordinationsprojekt gestartet. Unter der Leitung von GERICS-Wissenschaftler Dr. Jörg Cortekar wollen die Forschenden sicherstellen, dass das methodische Vorgehen in allen sechs Projekten vergleichbar bleibt und die Ergebnisse am Ende integrativ zusammengeführt werden können.

Darüberhinaus sollen eine Vernetzungsinfrastruktur und Kommunikationsstrukturen aufgebaut werden. „Mit WIRKsam wollen wir eine Basis schaffen, um die in den Modellregionen innerhalb der RegIKlim-Maßnahmen erarbeiteten Ansätze zusammenzuführen und das erarbeitete Wissen nutzbar zu machen. Ein wichtiger Teil dessen ist es, die Erkenntnisse in die Gesellschaft, konkret: in die Kommunen und zu den Entscheidern, zu transportieren“, so Jörg Cortekar. Insbesondere der Bedarf an spezifischen, maßgeschneiderten Lösungen zur Unterstützung von Anpassungsprozessen, die auch flexibel einsetzbar und perspektivisch übertragbar sind, ist zurzeit nicht ausreichend gedeckt. Dort soll WIRKsam ansetzen.

Koordiniert wird WIRKsam vom Climate Service Center Germany (GERICS) des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und dem Umweltbundesamt. Weiterer Partner ist das Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS) der Universität Stuttgart.

Gesamtbudget: 1.367.000 Euro
Ansprechpartner am HZG: Dr. Jörg Cortekar
Mehr Informationen: Die Projektwebsite wwww.wirk-sam.de wird zurzeit noch aufgebaut.

Projekt WAKOS

Sperrwerk mit Zugang zum Fluss

Das Siel und Schöpfwerk Knock in Emden. Es entwässert ein rund 35.000 Hektar großes Gebiet über das Knockster Tief in die Ems. Foto: Helge Bormann/Jade HS)

In dem Projekt : Basis für maßgeschneiderte Klimaservices für die Anpassung“ werdeWAKOS – „Wasser an den Küsten Ostfrieslandsn Küstenschutz und Binnenentwässerung gemeinsam betrachtet. Erstmals sollen das gemeinsame Auftreten extremer Sturmfluten, Starkregenereignisse, kritischer Entwässerungszustände bei steigendem Meeresspiegel, verzögerter Anpassung der Watten und Riffbögen sowie Veränderungen der Süßwasserreservoire der Inseln berücksichtigt werden.

Der Projektkoordinator und HZG-Küstenforscher Dr. Ralf Weiße erklärt: „Wir werden Klimainformationen für die Küstenschutz-Konzepte zusammenstellen. Zunächst geht es darum, verschiedene Klimawandelszenarien darzustellen und den Bedarf an Information in der Region herauszufinden.“ Prof. Beate Ratter, Leiterin der HZG-Abteilung „Sozioökonomie des Küstenraumes“ ist für den sozialwissenschaftlichen Teil des Projekts zuständig. Dabei geht es darum, den Informationsbedarf der Einheimischen zu analysieren, gemeinsame Strategien mit den Akteuren zu entwickeln und das lokale Wissen für die Forschenden zugänglich zu machen. „Das ist ein kaum zu überschätzender Datenschatz in einer Region, die seit 1500 Jahren Erfahrung mit dem Küstenschutz hat“, so Beate Ratter.

Neben dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) zählen zu den Partnern der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz Forschungsstelle Küste (NLWKN-FSK), die Universität Hamburg (UHH), die Universität Oldenburg (UOL) und die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth (Jade-HS).
Gesamtbudget: 2.300.000 Euro
Ansprechpartner am HZG: Dr. Ralf Weiße
Weitere Informationen über WAKOS:

Weitere Informationen:


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Heidrun Hillen

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