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Alexandra Amherd Hidalgo erhält Helmholtz Doktorandenpreis 2018

Die Doktorandin des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) ermittelt neue Standards von Grenzwerten für Titanbearbeitung. Der wirtschaftliche Einsatz von Titan wird dadurch realistischer. Die Preisverleihung erfolgt am 6. November in Berlin.

Alexandra Amherd

Dr. Alexandra Amherd Hidalgo Foto: privat

Für ihre herausragende Forschungsarbeit wird Dr. Alexandra Amherd Hidalgo mit dem diesjährigen Helmholtz Doktorandenpreis im Forschungsbereich Schlüsseltechnologien ausgezeichnet. Mit ihrer Dissertation erweitert sie umfassend das Wissen über die Mikrostrukturentwicklung von Titanlegierungen. So entwickelte sie eine kostensparende Produktionstechnik für Titankomponenten, die zum Beispiel in der Luftfahrt oder Medizintechnik eingesetzt werden können. Die Verleihung findet im Rahmen des Helmholtz-Horizons-Symposiums am 6. November 2018 in Berlin statt.

Sehr hohe Festigkeit bei besonders geringem Gewicht – diese Anforderungen erfüllt in idealer Weise der Werkstoff Titan. Ein Nachteil: Titanlegierungen sind oft zu teuer, um sie als Standardmaterial in der Industrie zu verwenden. Das könnte sich zukünftig durch die Erkenntnisse der Doktorarbeit von Alexandra Amherd Hidalgo ändern: In ihrer Arbeit hat sie die wissenschaftliche Grundlagenforschung mit der praktischen und kommerziellen Anwendung verbunden. Auf Basis von detaillierten und systematischen Mikrostrukturuntersuchungen von Titanlegierungen hat sie Wege erarbeitet, um die Kosten eines hochwertigen Titanbauteils durch Verwendung günstiger Metallpulver und eines einfacheren Prozesses zu senken, ohne die mechanischen Eigenschaften wesentlich zu verschlechtern. Denn die Mikrostruktur eines Metalls bestimmt die mechanischen Eigenschaften des Endproduktes. Auch wie gut sich eine Legierung bearbeiten lässt, hängt direkt mit der Mikrostruktur zusammen.

Einer der Betreuer der Doktorarbeit und HZG-Abteilungsleiter im Bereich „Materialdesign und Charakterisierung ", Dr. Thomas Ebel, betont: „Alexandra Amherd Hidalgo erweitert signifikant das bisherige Wissen über die Mikrostrukturentwicklung von Titanlegierungen und die Wechselwirkung mit Verunreinigungselementen wie Sauerstoff und Kohlenstoff.“ Seine Institutsleiterin, Prof. Dr. Regine Willumeit-Römer, ergänzt: „Bisherige in Standards festgelegte Grenzwerte, die die Prozessierung von Titanlegierungen kostenintensiv machen, werden dadurch in Frage gestellt und sollten neu diskutiert werden.“

Prof. Dr. Florian Pyczak, der Doktorvater von Alexandra Amherd-Hidalgo und Leiter der Abteilung „Metallphysik“, meint dazu: „Alexandra Amherd-Hidalgos Arbeit ist ein besonders schönes und spannendes Beispiel dafür, dass die Ergebnisse materialwissenschaftlicher Grundlagenuntersuchungen von direkter Relevanz für Industrie und Gesellschaft sind.“ Das Projekt wurde weiterhin in enger Kooperation mit der Fachhochschule Westschweiz und der schwedischen Firma Höganäs AB durchgeführt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft würdigt mit dem Preis herausragende Leistungen während der Promotion. Dotiert ist der jährlich vergebene Preis mit 5.000 Euro. Zusätzlich erhalten die Preisträger 2.000 Euro monatlich für einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt im Ausland.

Zur Person: Alexandra Amherd Hidalgo


Alexandra Amherd Hidalgo (31 Jahre) machte 2012 den Abschluss als “Industrial Engineer” an der Universidad Carlos III de Madrid. Ihre Master Thesis reichte sie an der Fachhochschule Westschweiz in Sion ein. Von 2012 bis 2015 war sie dort Forschungsassistentin auf dem Gebiet der Pulvermetallurgie von Diamantwerkzeugen und Pulverspritzguss von Formgedächtnis-Legierungen. 2015 kam sie als Doktorandin an das HZG zur Durchführung von Studien zur Pulvermetallurgie von neuartigen Titanlegierungen. Ihre Dissertation an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit dem Titel „Robustness of Powder Metallurgical Ti-6Al-7Nb-xFe Alloys against Oxygen and Carbon Pick-up“ schloss sie 2018 mit “summa cum laude” ab. Zurzeit forscht sie wieder an der Fachhochschule Westschweiz in Sion.